Nahrungsmittelallergien

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Nahrungsmittelallergien 2016-11-11T21:04:38+00:00

Was ist eine Nahrungsmittelallergie?

Eine Nahrungsmittelallergie ist nicht einer Nahrungsmittelunverträglichkeit gleichzustellen. Bei einer Nahrungsmittelallergie handelt es sich um eine allergische Reaktion des Immunsystems auf bestimmte Lebensmittel oder einzelne Stoffe, die diese Lebensmittel enthalten. Anders als bei einer Nahrungsmittelallergie, kommt es bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit (Nahrungsmittelintoleranz) nicht zur Aktivierung des Immunsystems.

Wie kommt es zu einer Nahrungsmittelallergie?

Der Auslöser einer Nahrungsmittelallergie ist eine falsche Reaktion des Immunsystems, welches bestimmte Stoffe, die man mit Nahrung zu sich nimmt als Allergene identifiziert, obwohl sie an und für sich nicht gefährlich sind. Daraufhin produziert das Immunsystem massive Mengen von einem Antikörper IgE. Der Antikörper setzt eine Reihe von weiteren Reaktionen in Gang, die den allergischen Vorgang antreiben.

Die IgE Antikörper binden an Mastzellen und bewirken, dass diese bestimmte Gewebshormone ausschütten, wie z.B. Histamin. Diese Hormone werden nur dann freigesetzt, wenn die Mastzellen mit bestimmten Stoffen in Kontakt kommen.

Bei der ersten allergischen Reaktion, setzen sich die IgE Antikörper auf den Mastzellen fest und “programieren” sie, diese bestimmten Stoffe immer als Allergene zu erkennen. Das ist der Grund, warum sich bei Betroffenen wiederkehrende Allergiesymptome entwickeln.
Symptome einer Nahrungsmittelallergie

Die Symptome können sehr unterschiedlich sein. Die Reaktionen, die sofort auftreten, betreffen vor allem den Mundbereich, die Haut und den Magen-Darm-Trakt. Es sind aber auch viele andere Reaktionen, die zwar für eine Allergie als untypisch erscheinen, jedoch sich Dank fortgeschrittener Diagnosetechniken als Allergie-bedingt entpuppt haben. Sie sind unten als verzögerte Reaktionen aufgeführt. Noch eigenartiger ist die Symptomatik bei einer Nahrungsmittelallergie bei Kindern und Säuglingen.

Sofortreaktionen

  • Jucken und Schwellung der Lieder, Lippen, der Zunge und des ganzen Gesichts
  • Atemnot durch Gaumenschwellung
  • Augenröttung
  • Verengung der Bronchien
  • plötzlicher Schnupfen
  • Ein prickelndes Gefühl im Mund und auf den Lippen
  • Hautauschläge
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Magenkrämpfe, Durchfall (die Magenbeschwerden können akut oder chronisch als Gastritis oder Colitis auftreten)
  • Allergischer Schock

Auch diese verzögerten Reaktionen können auf eine versteckte Allergie hindeuten

  • Stimmungsschwankungen
  • Aggressivität
  • Konzentrationsstörungen
  • akute und/oder chronische Müdigkeit nach Mahlzeiten
  • Migräne
  • Antriebsschwäche, Lustlosigkeit
  • Depression
  • schnelle Gewichtszunahme bzw. hartnäckiges Übergewicht
  • häufige Beschwerden der Atemwege (Asthma, Nasenschleimhaut-Entzündungen)
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Neurodermitis

Nahrungsmittelallergie-Symptome bei Kindern

Kinder haben die Tendenz öfters an Nahrungsmittelallergien zu leiden. Der Grund dafür ist, dass ihr Verdauungssystem noch nicht optimal ausgeprägt ist und bestimmte Eiweße nicht aufspalten kann, z.B. enthalten in Kuhmilch.

Bei Kindern können auch folgende zusätzlichen Reaktionen auf eine Lebensmittelallergie hindeuten:

  • ständiges Nasenreiben (“Allergiker-Gruß”)
  • Augenringe
  • plötzlich knallrote Ohren und/oder glühende Wangen
  • Hyperaktivität, Verhaltens-, Lernstörungen: mit einer Lebensmittelallergie bei Kindern kann auch das Hyperaktivitäts-Syndrom einhergehen – eine auf diese Besonderheit angepasste Therapie vergrößert die Normalisierungschancen
  • Bei Säuglingen ist Folgendes zusätzlich zu beachten: verzögerter Wachstum, schnelle Sättigung, starkes Weinen und Kopfwegdrehen beim Füttern bis hin zur ständigen Verweigerung der Flasche.

Diagnostik und Therapie

Moderne Labortechnik macht es möglich, die Verursacher einer Lebensmittelallergie auszumachen. Einsatz von naturmedizinischen Therapiem wiederum reguliert den aus der Balance geratenen Stoffwechsel und das Immunsystem des Darmes schonend und vor allem nachhaltig.

Diagnostik bei einer Nahrungsmittelallergie

Heutzutage kann man eine Nahrungsmittelallergie anhand von Tests feststellen, die eine genaue Diagnose ermöglichen. Typ-I-Reaktionen vom Soforttyp lassen sich mit Hauttests untersuchen durch z.B. Pricktests. Genauer sind allerdings Blutuntersuchungen.

Durch eine Blutuntersuchung auf die Allergie auslösende IgE Antikörper können sowohl die Nahrungsmittelallergien mit Sofortreaktionen als auch versteckte Allergien mit verzögerten Reaktionen ermittelt werden.

Darüberhinaus ermöglichen Laboruntersuchungen des Blutes pseudoallergische Reaktionen auf Lebensmittel-Zusatzstoffe nachweisen. Massentestes auf IgG Antikörper (mit teilweise über 300 Einzelallergenen), die oft angeboten werden, sind eher kritisch zu betrachten.

Anhand der Laborbefunde werden diese Nahrungsmittel aus der Diät ausgeschlossen, die identifizierte Allergene enthalten, was innerhalb von wenigen Wochen, teilweise Tagen zum spürbaren Nachlassen der entsprechenden Beschwerden führt.

Nahrungsmittelallergie-Therapie

Der Darm ist die Wurzel des Körpers!

In der Naturmedizin werden bei einer Nahrungsmittelallergie Behandlungen eingesetzt, die oft die Ursache des Problems, also die Fehlverhalten des Immunsystems nachhaltig beeinflussen können.

Die “Schaltzentrale” des Immunsystems, welches bei Nahrungsmittelallergien die zentrale Rolle spielt, befindet sich im Darm. Im Zentrum der Therapie steht daher die Darmsanierung, die zur Stabilisierung des Stoffwechsels führt. Die gestörten Mastzellen der Darmschleimhaut werden aufgebaut und die Darmflora wiederhergestellt. Dadurch wird die Normalisierung der Abwehrreaktionen des Darmes angestrebt.

2 Säulen der Darmsanierung:

  • Entlastung des Darms durch eine antientzündliche Ernährung, die anti-allergisch wirkt
  • Wiederherstellung einer gesunden Darmflora

Durch einen gezielten Einsatz von Vitaminen, Mineralstoffen und ausgewählten Nahrungsergänzungsmitteln werden die zellulären Störungen der Darmschleimhaut behandelt.

Eine wichtige Rolle in diesem Prozess erfüllen Probiotika, die zum Einnehmen verabreicht werden. Probiotika sind natürliche Mikroorganismen, die im Darm eines Betroffenen meist mangelhaft ausgeprägt vorkommen. Sie sind unerlässlich bei dem Wiederaufbau der reduzierten und grobporigen Darmflora.

Darüber hinaus dienen sie als Baustoff der Darmschleimhaut und verdrängen die schadhaften Bakterien, Pilze und Krankheitserreger und beugen dadurch der Entstehung von Gärung vor. Probiotika verbessern auch die Aufnahmefähigkeit der Nährstoffe im Darm.

Richtige Diagnostik gefolgt von Sanierung des Darmes und einer nachhaltigen und konsequenten Umstellung von Essgewohnheiten (Ernährungstherapie) sind Basis für einen dauerhaften Erfolg im Kampf gegen eine Nahrungsmittelallergie.

Häufige Kreuzallergien

Von einer typischen Nahrungsmittelallergie ist eine Kreuzallergie zu unterscheiden. Solche Allergie entsteht, wenn der Betroffene bereits eine Allergie aufweist, die eine weitere Allergie auslöst. Eine Kreuzallergie tritt sehr oft in der Konstellation Pollenallergie-Nahrungsmittelallergie auf.

Kreuzallergien betreffen häufig ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die an einer Pollenallergie leiden.

Grund dafür: die Nahrungsmittel, auf die eine Allergie entwickelt wird, sind ähnlich in ihrer Eiweißstruktur mit der Eiweißstruktur der Pollen.

Von einer Allergie ist eine Pseudo-Allergie zu unterscheiden: Mit einer Pseudoallergie hat man zu tun, wenn es zu typischen Allergie-Symptomen kommt, die aber nicht durch Reaktionen des Immunsystems ausgelöst wurden.

Häufig kommt es zu Kreuzallergien zwischen folgenden Allergiearten:

Literatur

  1. Labordiagnostik von Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Patienteninformation des Instituts für medizinische Diagnostik MVZ GbR, Berlin www.imd-berlin.de
  2. HP A. Gräfin Wolffskeel von Reichenberg, Schüßler-Salze mindern allergische Reaktionen. Antigene lösen überschießende Reaktionen aus, in: Journal für die Ganzheitsmedizin – Hippokrates – Paracelsus 2-3/2011
  3. HP A. Gräfin Wolffskeel von Reichenberg, Schüßler-Salze mindern allergische Reaktionen. Antigene lösen überschießende Reaktionen aus, in: Journal für die Ganzheitsmedizin – Hippokrates – Paracelsus 2-3/2011
  4. Ch. Behr-Völtzer, M. Hamm, D. Vieluf, J. Rinf (Hrsg), Diät bei Nahrungsmittelallergien und -intoleranzen, Urban und Vogel GmbH München 2008