Histaminintoleranz

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Histaminintoleranz 2016-11-11T20:00:29+00:00

Histamin ist ein körpereigener Stoff, ein Gewebshormon und Neurotransmitter, welcher im Pflanzen- sowie im Tierreich allgegenwärtig vorkommt. Histamin spielt eine zentrale Rolle bei allergischen Reaktionen und nimmt zahlreiche regulatorische Aufgaben in einem Organismus wahr. Es ist am Immunsystem und an vielen wichtigen Bioprozessen beteiligt, wie z.B. am Stoffwechsel im Magen-Darm-Trakt, an der Appetitsregulierung oder an dem Schlaf-Wach-Rhytmus.

HistaminintoleranzHistamin, wie auch andere biogenen Aminen werden aus Aminosäuren durch spezielle Enzyme (Decarboxylasen) gebildet. Der Körper bildet und speichert die nötigen Histaminmengen in den Mastzellen und in den speziellen weißen Blutkörperchen.

Der Histaminüberschuss wird von dem Diaminooxidase-Enzym (DAO) zum wirkungslosen Imidazolacetaldehyd abgebaut. Die Aktivität der DAO steht somit in einem engen Zusammenhang mit der Geschwindigkeit, mit der Histamin abgebaut wird.

Histamin enthalten viele Lebensmittel, die in mikrobiellen Reifungprozessen hergestellt werden (Käse, Wein), bzw. die proteinhaltig sind (Fleisch, Wurst, Fisch). Das konsequente Meiden von Histamin in einer speziell angepassten Diät ist die wichtigste Therapiemaßnahme bei Histaminunverträglichkeit bzw. Histaminintoleranz.


Wodurch wird eine krankhafte Wirkung vom Histamin ausgelöst?

Bei einer Histaminunverträglichkeit kommt es zu einem Ungleichgewicht zwischen den Histamin- und DAO-Werten.

Das DAO-Enzym kann in seiner Funktion durch Alkohol, bestimmte Medikamente, andere körpereigenen Stoffe oder in Folge von Darmerkrankungen gehemmt werden und so zur Histamin-Überproduktion führen. In Folge des Histamin-Überschusses kommt es bei Betroffenen zu lästigen allergieähnlichen Beschwerden, z.B. Magen-Darm-Beschwerden, Juckreiz, Übelkeit, etc.

Aber auch ein zu niedriger Histaminwert kann zu Verstimmungen führen. Da Histamin unseren Schlaf-Wach-Zustand reguliert, kann es bei Histaminmangel beispielsweise zu Schlafproblemen kommen. Histaminunverträglichkeit geht sehr oft mit einer anderen Nahrungsmittelunverträglichkeit oder einer Allergie einher. In dem Kontext ist es wichtig zu erwähnen, dass der Verzehr von Laktose oder Fruktose bei einer Allergie auf diese Stoffe, ebenfalls zur Histaminintoleranz führen kann.


Diagnostik: Wie wird Histaminunverträglichkeit festgestellt?

Immer wichtig: Anamnese!
Grundlegende Rolle bei der Diagnostik kommt einer genauen Anamnese zu. Im BioMedical Center gehen nehmen wir uns entsprechend viel Zeit und gehen auf die Beschwerden und Essgewohnheiten des Patienten ein.

Die Erstuntersuchung kann umso gezielter ablaufen, wenn der Patient eine genaue Aufzeichnung von verzehrten Lebensmitteln und beobachteten Beschwerden mindestens 10 Tage führt und dem Arzt vorlegt. Ebenfalls erfolgt ein umfassender Bluttest: Das Blutplasma wird auf Histamin untersucht und das Blutserum auf DAO-Enzyme. Nach der Durchführung von Tests sollte eine histaminarme Diät angefangen werden. Nach 14 Tagen Diät sollten die Tests erneut gemacht werden um den Histamin- und DAO-Spiegel im Blut zu kontrolieren.

Wie sind die Bluttestergebnisse auszuwerten?
Haben sich infolge der histaminarmen Diät die Blutwerte verbessert, so kann man davon ausgehen, es liegt eine Histaminunverträglichkeit vor.
Keine Änderung der Histamin- und DAO-Werte im Blut nach der Diät spricht gegen eine Histaminintoleranz.
Achtung: Das Ergebnis kann verzerrt werden, wenn der Patient vor dem Bluttest mit einer histaminarmen Diät begonnen hat.

Zusätzliche diagnostische Möglichkeiten:

  • Histaminrelease-Tests: Dieser misst eine spontane Freisetzung von Histamin
  • Enzym-Test: Messung der anderen Enzyme, welche die Fähigkeit haben, Histamin abzubauen
  • Antihistaminika-Test: Falls Histamin-hemmende Antihistaminika eingenommen werden
  • Pricktest H40: Routinemäßiger Allergentest auf der Haut zur unterstützenden Anamnese
  • Provokationstest: Gezielte Einnahme von histaminreichen Lebensmitteln
  • Urintest: Ermittlung von Methylhistamin