Frauen sind täglich mindestens 168 Chemikalien ausgesetzt

//Frauen sind täglich mindestens 168 Chemikalien ausgesetzt

Frauen sind täglich mindestens 168 Chemikalien ausgesetzt

Die durchschnittliche moderne Frau benutzt 12 Körperpflegeprodukte täglich und setzt ihren Körper damit 168 verschiedenen Chemikalien aus. Während die meisten Männer weniger dieser Produkte benutzen, sind sie dennoch etwa 85 solcher Chemikalien täglich ausgesetzt.Frauen mit einem höheren Verbrauch von Körperpflege-Produkten kommen zwei bis vier Jahre früher in die Wechseljahre als andere Frauen, die weniger davon benutzen.

Knapp 13.000 Chemikalien werden in der Kosmetikindustrie verwendet und nur etwa 10% davon sind hinsichtlich ihrer Sicherheit evaluiert.

Was bedeutet das für einen gesundheitsbewussten Mensch wie Sie das sind? Wenn Sie Bodylotion, Deodorant, Shampoo oder Nagellack verwenden, haben Sie jederzeit die Chance, dass Sie schädliche Chemikalien auf Ihrem Körper aufbringen, auch wenn von dem Produkt behauptet wird, es sei nicht toxisch und gesundheitlich unbedenklich.

Wie viele Kosmetika kommen bei Ihnen zum Einsatz?

Der durchschnittliche US-Frau benutzt 12 Körperpflegeprodukte und/oder Kosmetika am Tag, darin enthalten sind 168 verschiedene Chemikalien, nach Erkenntnissen der Environmental Working Group (EWG). Während die meisten Menschen anderer Länder weniger Produkte verwenden, sind sie immer noch täglich etwa 85 solcher Chemikalien ausgesetzt. Jugendliche verwenden im Durchschnitt etwa 17 Körperpflegeprodukte pro Tag.

Offensichtlich sind solche chemische Belastungen nicht unerheblich, besonders, wenn sie nahezu täglich für eine gesamte Lebensdauer verwendet werden. Die EWG überprüfte Teenager, um herauszufinden, welche Chemikalien sich in deren benutzten Körperpflegeprodukten befinden und es wurden 16 verschiedene hormonverändernde Chemikalien, einschließlich Parabenen und Phthalaten gefunden.

Weitere Chemikalien, die Gesundheit gefährden

Im Jahr 2000 veröffentlichte die EWG eine Studie, die zeigt, dass 37 Nagellacke von 22 Unternehmen Dibutylphthalat (DBP) enthalten. DBP ist bekannt dafür, dass lebenslange Fortpflanzungsstörungen bei männlichen Ratten verursacht werden können, und es hat sich gezeigt, dass die Hoden, Prostata, Nebenhoden, Penis, und Samenblasen bei den Tieren geschädigt waren. DBP wird in Nagellack verwendet, da es Flexibilität und Glanz erzeugt.

Währenddessen sind in dem Bericht “Heavy Metal Gefahr“ die gesundheitlichen Risiken von Schwermetallen aufgelistet und deren Fundorte6: Gesichts Make-up: Getestet wurden 49 verschiedene Make-Up-Produkte, Concealer, Puder, Rouge, Mascara, Eyeliner, Lidschatten, Lippenstifte, und Lipgloss. Deren Prüfung ergab eine ernste Schwermetallbelastung in nahezu allen Produkten.

Gebrauch von Kosmetika und vorzeitige Wechseljahre

In einer Studie mit mehr als 31.000 US-Frauen, untersuchten die Wissenschaftler Blut- und Urin-Spiegel auf 111, meist künstlich hergestellte Chemikalien, häufig in Kunststoffen gefunden, Körperpflegeprodukten und Haushaltsgegenständen, wie auch aus Luft, Wasser und Boden.

Bei Frauen, bei denen ein höherer Chemikalien-Spiegel im Körper gefunden wurde, traten die Wechseljahre zwei bis vier Jahre früher als bei Frauen mit niedrigeren Spiegeln ein. Zusätzlich zu der frühen Menopause kann eine frühe Abnahme der Funktion der Eierstöcke auch zu einer früheren Entwicklung von Herzerkrankungen und Osteoporose führen.

Einer der Autoren, Bernstein Cooper, MD, Professor für Geburtshilfe und Gynäkologie an der Washington Universität, School of Medicine, erklärte gegenüber der Science Daily:

“Chemikalien, die mit einem verfrühten Eintritt der Menopause verbunden sind, können auch zu einem frühen Rückgang der Funktion der Eierstöcke führen. Ein verfrühter Eintritt der Wechseljahre kann die Lebensqualität einer Frau verändern und hat tiefgreifende Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit und Gesundheit“.

Giftige Inhaltsstoffe in Körperpflegeprodukten und Kosmetika

Eine Handvoll der gefährlichsten Chemikalien sind in vielen Körperpflegeprodukten und Kosmetika enthalten:

  • Parabene, eine Chemikalie, gefunden in Deodorants, Lotions, Haarpflegeprodukten und Kosmetika, wirken sich auf das weibliche Hormon Östrogen aus, welches das Wachstum von Brusttumoren imitieren kann.

Eine Studie, veröffentlicht im Jahr 2012, erwähnte, dass Parabene in Antitranspirantien und anderen Kosmetika in der Tat das Risiko von Brustkrebs erhöhen können. Die Wissenschaftler stellten in den Brusttumoren fest, dass in den oberen Quadranten der Brust und Achselbereich ein höherer Paraben-Anteil gefunden wurde (in der Regel in Antitranspirantien vorhanden).

  • Natriumlaurylsulfat, ein Tensid, Detergens und Emulgator, ist in Tausenden von Kosmetikprodukten und auch in Industriereinigungsmitteln enthalten.

Vorkommen in fast allen Shampoos, Haarfärbe- und Bleichmitteln, Zahnpasten, Körpershampoos, Reinigungsmitteln, Make-up, flüssigen Handseifen, Badeölen und Badesalzen.

  • Phthalate sind weichmachende Zutaten, zu finden oft in Körperpflegeprodukten, versteckt unter dem Oberbegriff „Duftstoffe“. Phthalate verursachen Geburtsfehler, eine niedrigere Spermien-Motilität und vieles andere.
  • Methylisothiazolinon (MIT), eine Chemikalie, in Shampoos verwendet, um die Entstehung von Bakterien zu verhindern, die nachteilige Auswirkungen auf das Nervensystem haben können.
  • Toluol, aus Erdöl oder Steinkohlenteer hergestellt, und in den meisten synthetischen Duftstoffen und Nagellacken vorhanden. Die chronische Exposition von Toluol wird mit der Anämie in Verbindung gebracht, verschlechtert das Blutbild, verursacht Leber- oder Nierenschäden und kann die Entwicklung eines Fötus beeinträchtigen.

Einfache Tipps für Ihren Schutz

Sie können zu Ihrer eigenen Sicherheit auch Ihre eigenen Produkte herstellen. Eine ganze Reihe von Lotionen, Haarspülungen und vielem mehr kann mit einem Glas Kokosöl hergestellt werden, dann fügen Sie je nach Wahl noch ein hochwertiges ätherisches Öl hinzu und fertig ist Ihr eignes Produkt.

Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass Ihre Haut Ihr größtes und am meisten durchlässigste Oran ist. So gut wie alles, was Sie auf Ihre Haut aufbringen, gelangt in die Blutbahn und wird im ganzen Körper verteilt. Setzen Sie deshalb auf natürliche Hautpflege-Produkte mit Bio-Kokosöl, Orangenöl oder Rosmarinextrakt. Ganz gleich, ob Sie Ihre eigenen Produkte herstellen oder sich für eine der verfügbaren giftfreien Marken entscheiden.

Es gibt keinen Grund, um sein Leben in Gefahr zu bringen, indem man täglich fragwürdige und potenziell giftige Chemikalien auf die Haut aufbringt. Und je mehr Menschen danach suchen, desto eher ist auch die Industrie gezwungen, ihre Produktion umzustellen auf giftfreie Zutaten.

 

Quellen

  • PLoS ONE, 28. Januar 2015
  • ABC News, 27. April 2015
  • Science Daily, 28. Januar 2015
  • 2 US FDA, FDA Autorität über Kosmetik
  • 4 ABC News, 27. April 2015
  • Environ Health Perspect. 2003, Juli; 111 (9): 1148-51.
  • EWG, Schwermetall-Gefahr: Die gesundheitlichen Risiken von Schwermetallen im Gesichts Make-up
  • 9 Science Daily, 28. Januar 2015
  • PLoS ONE, 28. Januar 2015
  • Journal of Applied Toxicology, 12. Januar 2012: 32 (3); 219-232
  • FDA Autorität über Kosmetik
  • ABC News ,27. April 2015
  • Das Wall Street Journal, 23. Oktober 2013
  • EWG.org Skin Deep Database

Bildquelle: Fotolia

 

 

By | 2016-07-21T09:28:23+00:00 Dezember 28th, 2015|Categories: Schadstoffbelastung|3 Comments

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3 Comments

  1. Jette Zimmermann 21. Dezember 2017 at 15:37 - Reply

    Bin erschrocken über die Vielfalt und Summe der Chemie insbesondere von Pflegeproduketen – muss meine Kosmetika wohl besser prüfen… danke!

  2. Martina Karst 21. Dezember 2017 at 16:07 - Reply

    Tipp: Mit der App ToxFox kann man beim Einkaufen rasch seine Pflegeprodukte scannen und auf hormonverändernde Chemikalien checken!

    • Dr. Rainer Mutschler 21. Dezember 2017 at 16:35 - Reply

      Ja genau, es gibt mittlerweile mehrere Apps in der Richtung, sich zu Inhaltsstoffen mit toxischer Wirkung zu informieren

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