Epilepsie und Vitamin D-Mangel

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Epilepsie und Vitamin D-Mangel

Fast die Hälfte der Menschen mit einer Epilepsie-Erkrankung weisen auch einen Vitamin D-Mangel auf. Trotz dieser allseits bekannten Tatsache ist in den letzten 40 Jahren nur eine einzige Studie veröffentlicht worden, die sich mit dem Zusammenhang eines Vitamin-D-Mangels und der Häufigkeit von epileptischen Anfällen beschäftigte. Diese Studie ergab, dass die Behandlung von Epilepsie-Patienten mit Vitamin D2 –einer weit unterlegenen Art von synthetischem Vitamin-D – die Anzahl der Anfälle reduzierte und im Jahr 1974 folgerten die Forscher daraus, dass “die Ergebnisse das Konzept unterstützen könnten, dass Epileptiker prophylaktisch mit Vitamin D behandelt werden sollten“.

Jetzt, fast vier Jahrzehnte später, zeigten die Forscher erneut, dass “die Normalisierung des Serum-Vitamin-25 (OH) D [Vitamin D]-Spiegels eine krampflösende [Anti-Anfalls]-Wirkung zeigt.”

Gesunder Vitamin D-Spiegel reduziert das Epilepsie-Risiko um 40%

In der Studie beschrieben die Forscher, dass eine einmalige Dosis von 40.000-200.000 IU Vitamin D3, bei Patienten mit Epilepsie verabreicht, ausreichte, um ihren Vitamin D-Spiegel aus einem Mangelzustand herauszuholen.

Die Teilnehmer, deren Alter von 10 bis 42 Jahren reichte, wiesen Vitamin D-Spiegel im Bereich von 4 ng/ml bis 34 ng/ml, mit einem Mittelwert von 11,8 auf. Das ist ein absolut gefährlich niedriges Niveau.

Nach der Behandlung mit einer Gabe von Vitamin D konnte der jeweilige Proband seinen Vitamin D-Spiegel auf einen Bereich von 23-45 ng/ml verbessern, mit einem Mittelwert von 38 ng/ml.

Es ist wichtig zu beachten, dass dieser Wert nach dem neuesten Stand der Wissenschaft immer noch zu gering ist, aber immerhin noch eine Verbesserung zeigt im Hinblick auf einen Rückgang der Anfallshäufigkeiten.

Nach Erhöhung der Vitamin D-Werte zeigten sich die folgenden Ergebnisse:

10 bis 13 Probanden zeigten eine Abnahme der Anfallshäufigkeiten auf Insgesamt gab es im Mittel eine Reduktion der Anfälle um 40% Eine Reduzierung der Anfallshäufigkeiten von mehr als 50% wurde bei fünf Patienten erlebt. Die aufschlussreichsten Ergebnisse zeigten sich jedoch bei den Personen, deren Vitamin-D-Spiegel zu Beginn mit 4 ng/ml gefährlich niedrig war.

Diese Personen hatten 450 Anfälle in einem Zeitraum von drei Monaten; nach Erhöhung des Vitamin D-Spiegels auf 43,1 ng/ml sank die Zahl die Anfälle bis auf 30 in drei Monaten!

Die Studie weist einige Einschränkungen auf, nämlich eine geringe Zahl von Probanden und das Fehlen einer Placebogruppe zum Vergleich, trotzdem wurde die Bedeutung der Korrektur des Vitamin-D-Spiegels bei einem Vitamin D-Mangel bei Epilepsiepatienten  hervorgehoben.

Epilepsie-Patienten haben ein erhöhtes Risiko an Vitamin D-Mangel

Diese Befunde sind umso wichtiger, wenn wir darüber informiert sind, dass Menschen mit Epilepsie ein noch größeres Risiko aufweisen, an einem einen Vitamin D-Mangel zu leiden als die allgemeine Bevölkerung (und auch die allgemeine „gesunde“ Bevölkerung zeigt oft einen großen Vitamin-D-Mangel).

Die Gründe dafür sind darin zu finden, dass Menschen mit häufigen epileptischen Anfällen in ihrer Fähigkeit eingeschränkt sind, sich aktiv im Freien zu bewegen, was sich normalerweise positiv auf ihren Vitamin-D-Spiegel auswirken würde.

Wenn Sie die meiste Zeit im Inneren von Gebäuden verbringen müssen, werden Sie eine regelmäßige Sonneneinstrahlung verpassen, die der Schlüssel für die natürliche Produktion von Vitamin D ist.

Das Sonnenlicht, dass durch eine Fensterscheibe auf die Haut fällt, ist nicht in der Lage, diesen Mangel auszugleichen. Durch das Glas wird verhindert, dass die UVB-Strahlen mit spezifischen Wellenlängen, die Vitamin D produzieren können, in die Haut dringen.

Vitamin D und Anti-Epileptika

Anti-Epileptika, die den Epilepsie-Patienten oft gegeben werden, können den Vitamin-D-Stoffwechsel stören, was zu einem Mangel führt.

Wenn Sie diese Art von Medikamenten einnehmen müssen, ist es besonders wichtig, dass Sie aktiv Ihren Vitamin D-Spiegel überwachen, um die Nebenwirkungen dieser Medikamente zu verhindern.

Warum könnte Vitamin D einen erheblichen Einfluss auf epileptische Anfälle haben?

Epilepsie ist eine Erkrankung des zentralen Nervensystems, vor allem des Gehirns. Vitamin D ist nicht “nur” ein Vitamin, es ist eigentlich ein neuroregulatorisches steroidales Hormon, das fast 3.000 verschiedene Gene in Ihrem Körper beeinflusst.

Vitamin D-Rezeptoren sind im Gehirn, Rückenmark und dem zentralen Nervensystem zu finden, und diese, sofern in einer ausreichend großen Menge vorhanden, bieten Ihrem Körper Schutz vor Erkrankungen.

Vitamin D3 versus Vitamin D2

Eine Ergänzung mit synthetischem Vitamin D2 im Vergleich zum natürlichen Vitamin D3.

Eine Meta-Analyse von 50 klinischen Studien im Hinblick auf die Sterblichkeitsrate zeigte auf:

  • Eine 6%ige Risikoreduktion bei denjenigen Probanden, die D3 verwendeten
  • Eine 2%ige Risikoreduktion bei denjenigen Probanden, die D2 verwendeten
  • Vitamin D3 ist mit einem Anteil von rund 87% bei der Beschaffung und Pflege von Vitamin-D-Konzentrationen beteiligt ist
  • Vitamin D3 hat im Vergleich zu Vitamin D2 eine 2- bis 3-fach höhere Speicherkapazität von Vitamin-D
  • Vitamin D3 wird auch um 500% rascher in seine aktive Form umgewandelt, also gilt für Sie, nutzen Sie auf jeden Fall die Gabe von Vitamin D3, wenn Sie Ihren Vitamin D-Spiegel anheben möchten, nicht aber D2. Noch besser, gehen Sie einfach nach draußen in die Sonne oder nutzen Sie ein sicheres Solarium.

Es gibt genügende Gründe zu der Annahme, dass das Vitamin D aus Sonneneinstrahlung erzeugt, zusätzliche gesundheitliche Vorteile hat. Zusätzlich besteht dabei keine Gefahr einer Überdosierung.

Wann immer Ihr Vitamin-D-Spiegel durch Sonneneinstrahlung reguliert wird, zeigt Ihr Körper die Fähigkeit, sich selbst zu regulieren und nimmt sich nur, was er wirklich braucht.

Dennoch müssen Sie vorsichtig sein und sich nicht allzu sehr der Sonne aussetzen, weil auch die Gefahr eines Sonnenbrandes bestehen kann.

Eine alternative gegenüber der Sonnenexposition stellt eine sichere Sonnenbank (eine Sonnenbank mit elektronischen und nicht magnetischen Vorschaltgeräten, um eine unnötige Exposition gegenüber EMF Feldern zu vermeiden).

Sichere Solarien lassen auch weniger der gefährlichen UVA-Strahlen durch als das natürliche Sonnenlicht.

Wenn keine dieser genannten Optionen für Sie möglich sind, dann sollten Sie Vitamin D3 oral zu sich nehmen.

Dies ist sicherlich besser für Ihre Gesundheit als gar kein Vitamin D zu erhalten.

Um sicherzustellen, dass sich Ihre Werte im therapeutischen Bereich befinden, sollten Sie regelmäßige Bluttests durchführen lassen und Ihren Vitamin D-Spiegel bestimmen lassen.

Wenn Sie an Epilepsie leiden, ist es möglich, dass dies Ihnen helfen könnte, die Anfälle zu vermindern und die benötigen Medikamente zur Reduzierung der Anfälle zu verringern.

Quellen:

  • Correction of This Vitamin Deficiency Shown to Improve Seizure Control in Epilepsy
  • Correction of vitamin D deficiency improves seizure control in epilepsy: a pilot study.
  • “Anticonvulsant action” of vitamin D in epileptic patients? A controlled pilot study
  • Vitamin D Council website
  • Im Vitamin-D-Dilemma

 

By | 2016-07-22T13:03:46+00:00 April 27th, 2015|Categories: Vitamin D|2 Comments

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2 Comments

  1. Diana Rothe 11. November 2016 at 13:43 - Reply

    Ich hoffe, damit unserer 7-jährigen Tochter helfen zu können. Da wir in England leben ist meine Frage, ob es diesen Artikel auch in englischer Sprache gibt? Wir haben z.B. in der Schule das Problem, dass ihr in den Pausen nicht erlaubt ist, auf den Schulhof zu gehen (aus Sicherheitsgründen…). Abgesehen davon, dass das ziemlich unfair ist wäre dies ein weiteres Argument für uns.
    Vielen Dank, mit freundlichen Grüßen
    Diana Rothe

    • Dr. Rainer Mutschler 22. Februar 2017 at 20:10 - Reply

      Dazu fällt mir die Frage ein:Schon mal Ketogene Kost und Darm-Kur probiert?

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